» Zur Hauptseite wechseln „Merkel trifft Mandela“titelten jüngst die Zeitungen, als die Bundeskanzlerin Südafrika besuchte. Wie nicht anders zu erwarten konzentrierten sich Besuch und Berichterstattung ausschließlich auf die Situation der Schwarzen und die Rolle Mandelas bei der Abschaffung der Rassentrennung *. Wieder einmal vergessen wurde das Schicksal der dort lebenden weißen Bevölkerung, vor allem der Buren, mit denen uns Deutsche eine Menge verbindet und die das Land seinerzeit aufgebaut und zu einem erfolgreichen Staat gemacht haben. Rund zweieinhalb Millionen Weiße leben noch in Südafrika, davon sind ca. 40% Buren, d.h. Nachfahren holländischer und deutscher Einwanderer. Ein stolzes Volk, dass sich den Kolonisierungsversuchen der Engländer lange erbittert widersetzt hat. Zwei Kriege, in denen englische Kolonialtruppen rücksichtslos die Taktik der „Verbrannten Erde“ praktizierten und die Frauen und Kinder in (die ersten) Konzentrationslager sperrten, waren nötig, um die freien Burenrepubliken „Transvaal“ und „Oranje“ dem britischen Empire einzuverleiben (und sich die dort lagernden Bodenschätze zu sichern). Tausende deutscher Freiwilliger unterstützen seinerzeit die Buren – Solidarität, die auf Gegenseitigkeit beruhte, wie sich schon bald zeigen sollte. Wenn die Deutschen irgendwo in der Welt je Freunde hatten, dann waren es die Buren: Als 1914 der I. Weltkrieg ausbrach beauftragte England (damals noch Kolonialmacht) die südafrikanische Armee, in das benachbarte Deutsch-Südwestafrika einzufallen – der südafrikanische Oberbefehlshaber legte daraufhin sein Amt nieder und verweigerte den Befehl, der Grenzkommandant Maritzlief mit 600 Mann zu den deutschen Kolonialtruppen über, nationalistische Buren erklärten die südafrikanische Regierung für abgesetzt und riefen die Republik aus. Die Gefechte zwischen Putschisten und der Regierung dauerten bis Ende 1914 und kosteten mehrer hundert Tote, wobei der Putsch letztendlich scheiterte. Auch während des II. Weltkrieges stellten sich große Teile der Buren auf die deutsche Seite – Gruppen wie die Ossewa-Brandwag, die Grauhemdenoder die Neue Ordnung gaben nicht nur während der 30er Jahre propagandistische Schützenhilfe, sondern gingen nach Ausbruch des Krieges zu direkten Aktionen gegen die (seit 1931) eigene Regierung über, die auf Seiten der Alliierten stand – Anschläge auf Infrastruktur und Polizeistationen führten schließlich zur Internierung Tausender deutschfreundlicher Buren. Die Gegenwart sieht für die Buren jedoch trübe aus, ca. eine Million von ihnen hat das Land bereits verlassen. Der Grund - 13 Jahre schwarze Herrschaft haben das Land in vielen Bereichen ruiniert, die Kriminalität explodiert, jedes Jahr werden ca. 1300 weiße Farmer ermordet, Vergewaltigung weißer Frauen sind ein beliebter Sport schwarzer Jugendlicher, die Wirtschaft stagniert und die AIDS-Rate explodiert. Die verbliebenen Weißen müssen sich hinter Stacheldraht und Mauern verbarrikadieren und dennoch bleibt kaum eine Familie von schwarzer Gewalt verschont, wie weiße Auswanderer immer wieder berichten. 90% der Weißen sehen keinerlei Zukunftsperspektive für sich (so der DEUTSCHLANDFUNK), sie werden nicht nur Opfer der ausufernden Kriminalität, sondern dank affirmative action(Gesetz, zur Bevorzugung von Schwarzen) in allen Lebensbereichen benachteiligt, ihre Kultur und Geschichte werden unterdrückt. Den Buren scheint das Rückgrat gebrochen zu sein, doch nun formiert sich auf kultureller Ebene Widerstand – ein junger Künstler knüpft mit großem Erfolg musikalisch an das Erbe seines Volkes an. „De la Rey“heißt die neue Hymne der weißen Südafrikaner (und zunehmend auch der Weißen in Namibia), in der einem General der Befreiungskriege gegen die Engländer ein Denkmal gesetzt wird – und aus der die Sehnsucht der Buren nach Zusammenhalt, Stolz auf die eigene Geschichte und Hoffnung auf eine Zukunft spricht. Über 250.000 mal wurde die CD bereits verkauft, für südafrikanische Verhältnisse eine gewaltige Zahl, in den Kneipen stehen die Leute auf, wenn das Lied erklingt, legen die Hand aufs Herz und singen begeistert mit. Längst hat das Lied die künstlerische Dimension gesprengt und ist zum Politikum geworden – Präsident Mbekipersönlich forderte sein Verbot in den staatlichen Radiosendern, der Sänger Bok van Blerk wird mit rechtsextremistischen Vorwürfen konfrontiert. Ein Muster, das hierzulande zur Genüge bekannt ist. Es bleibt zu hoffen, dass auch in Deutschland nationalerseits die Bedeutung des Kulturkampfes in der politischen Auseinandersetzung verstärkt erkannt wird – und dass dieses Lied unseren burischen Freunden neuen Mut beschert, ihr Volk und ihre Kultur zu bewahren. * Hierbei gilt es zu bemerken, dass von nationaler Seite das Apartheidssystem aufs Entschiedenste zu kritisieren ist – soziale Rassentrennung liegt ausschließlich im Interesse des Kapitals, das sich auf diese Weise eine billiges Heer von Lohnarbeitern und Lohndrückern zu schaffen versucht. Dies haben „rechtsradikale“ Buren bereits früh erkannt, so hat die „Afrikaner Widerstandsbewegung“ (AWB) bereits lange vor der Machtübernahme der Schwarzen für eine Teilung Südafrikas nach ethnischen Gesichtspunkten ausgesprochen – der einzig vernünftige Vorschlag zur Lösung des dortigen Rassenkonflikts. Der Text in deutscher Übersetzung: Auf einem Berg in der Nacht Liegen wir im Dunklen und warten. Ich liege kalt in Schlamm und in Blut, Rucksack und Regen kleben an mir. Und mein Haus und mein Hof Sind verbrannt – um uns zu kriegen. Aber die Flammen und das Feuer Brennen nun tief, tief in mir. Ref.: De la Rey, De la Rey, Kommst Du und fuhrst die Buren an? De la Rey, De la Rey, General, General, Wie ein Mann werden wir um Dich fallen, General de la Rey. Und die Khakis (Engländer), sie lachen. Eine Handvoll von uns gegen ein ganzes Grossreich. Und wir haben die Felsen im Rucken, Sie denken, es ist vorbei. Aber das Herz eines Buren ist tiefer und weiter Sie werden es noch sehen. Auf einem Pferd kommt er an, Der Löwe von West-Transvaal! Ref. Weil meine Frau und mein Kind im Lager verrecken Fuerchten sich die Khakis auf die Knochen Vor einer Nation, Die wiederauferstehen wird. Ref. ... General, General, Kommst Du und holst die Buren?
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