Unbequeme Wahrheit II - Die Bücherverbrennung 1933
Und schon wieder ein Jahrestag nationalsozialistischer Untaten: Es jährt sich die Bücherverbrennungzum 75. Mal, jenes Ereignis, das gemeinhin als Vorstufe zum "verbrennen auch von Menschn" gesehen wird.
Auch hier empfiehlt sich dem aufgeschlossenen Zeitgenossen, wie so häufig, ein tiefergehender Blick, als ihn naturgemäß die Inhaber der Ausschwitzkeule an den Tag legen.
Zunächst einmal ist festzustellen, dass das Verbrennen von Büchern weltweit eine lange Tradition hat: Ob in China im Jahr 213 v. Christus, als die Schriften des Konfutius den Flammen übergeben wurden, ob im Mittelalter die allerchristlichste Inquisition die Werke der "Ketzer" verbrannte (und diese für gewöhnlich gleich mit) oder auf dem Wartburgfest des Jahres 1817 - als symbolischer Akt gegen gewisse Autoren und ihre Gedanken loderten die Flammen zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte.
Das erste Verbrennen einiger Bücher durch Nationalsozialisten erfolgte an der Berliner HU - ein spontaner Akt der dortigen Studenten, ohne staatliche Organisation. Weitere Aktionen folgten im ganzen Lande, allerdings ohne konkrete Folgen für die für undeutsche gehaltenen Schriftsteller und Werke. Keinem der verfemten Autoren wurde als Folge ein Haar gekrümmt, keines der Bücher war während der folgenden Jahre aus dem Buchhandel verbannt.
Wohl kam es in den Jahren nach 1933 zur Diskriminierung bzw. Emigration etlicher Betroffener, aber bekanntlich duldet keine staatliche Ordnung publizistische Aktivitäten, die elementar gegen ihren Bestand gerichtet sind. Auch und gerade die BRD macht in dieser Beziehung, trotz "freiheitlich-demokratischer Grundordnung" hiervon keine Ausnahme.
An dieser Stelle sei kurz Armin Mohler zitiert:
Ich weiß noch, dass ich damals ziemlich fanatisch war, so erzählte ich einmal im Kreis solcher junger Nationalsozialisten der zweiten Generation:" Stellt Euch vor, ich habe in einer Berliner Buchhandlung ein Buch von Thomas Mann gesehen." Sie haben mic angeschaut und sagten: "Mensch, hat der Junge Sorgen." Es war Krieg, es war völlig egal, ob da ein Buch von Thomas Mann lag.
Was im übrigen gerne vergessen wird:
Die grösste Bücherverbrennung auf deutschem Boden war die Bombardierung der Bayrischen Staatsbibliothek durch alliierte Bomber - über 1.000.000 Bücher verbrannten in einer Nacht.
Die grösste Büchervernichtung auf deutschem Boden erfolgte in den Jahren zwischen 1945 und 1949 - alle Bücher, die auf den schwarzen Listen der Alliierten standen, ingesamt ca. 15.000.000 Exemplare (15 Millionen!!!), wurden seinerzeit vernichtet, nachdem man systematisch sämtliche erhalten gebliebene Bibliotheken der Besatzungszonen durchkämmte.